Nicht überraschend, sondern seit einigen Wochen angekündigt, hatten wir Besuch vom Verfassungsschutz. 20 Minuten vor dem vereinbarten Termin kamen drei freundliche Herren, während wir zum Teil noch das zweite Frühstück zwischen den Zähnen hatten. Doch Peter Leppelt und Wulf Bolte waren schon krümelfrei, kannten einige der Besucher auch schon von Fachveranstaltungen.

"Ihr Kaffee ist legendär", hieß es. Woher wissen die das? Jedenfalls durfte unsere legendäre Kaffeemaschine arbeiten und die Konferenzzone füllte sich zunehmend. Da wir mit den verschiedensten Mutmaßungen schwanger gingen - "Wollen die uns jetzt für die kostenlose Cyber-Feuerwehr rekrutieren? Wollen sie uns erzählen, dass Verschlüsselung böse und ein Generalschlüssel für das Ministerium vorzuhalten sei?" - und zugunsten der Transparenz erschienen wir sehr gespannt im nahezu kompletten praemandatum- und Qabelteam; was eine wahrscheinlich recht ungewohnte Atmosphäre für den Besuch zur Folge hatte. Unsererseits waren etwa 25 Personen anwesend.

Und dann war es eigentlich alles ganz unspektakulär mit freundlicher Gesinnung auf allen Seiten. Es handelte sich um die Abteilung Wirtschaftsschutz des Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport.

Man wollte sich im Team bei uns vorstellen und über seine Arbeit mit Praxisbeispielen berichten: "Wir haben eine charmante Rolle; wir arbeiten beratend, nicht ermittelnd. Das ist unser Geschäftserfolg."

Der Wirtschaftsschutz hat seine Tradition in der Abwehr von Wirtschaftsspionage aus Zeiten des kalten Krieges. Daraus entwickelte die Behörde zu Beginn des neuen Jahrtausends die präventive Spionageabwehr. Praktisch informiert der Wirtschaftsschutz Unternehmen über Gefahren (IT-Sicherheit, Zugangskontrollen, Know-How-Verluste) in Form von Vorträgen und auch vertraulichen Gesprächen und ist für die – sagen wir – überaus ambitionierte Aufgabe der Abwehr von Wirtschaftsspionage ausländischer Geheimdienste (u.A. die NSA) zuständig.

Dabei versucht der Wirtschaftsschutz mit seinem Netzwerk Unternehmen zusammen zu bringen, die die gleichen Probleme haben und mögliche Lösungen teilen könnten.

Aktuellstes Projekt wird das 'best practice meeting – security2share' im Februar 2017, mehr Infos hier: http://www.verfassungsschutz.niedersachsen.de/startseite/best_practice_meeting_security2share/best-practice-meeting--security2share-139626.html

Nach ausführlichem Austausch über Praxisbeispiele zur Datensicherheit und reger Diskussion, ob Deutschland auch zukünftig zur Verschlüsselung stehen wird, wollen wir uns bei Fachveranstaltungen wiedersehen. Wir werden uns wohlwollend im Auge behalten. Genauer: zumindest mit dieser Abteilung des Verfassungsschutzes.

dh/pl