Unser Kollege Henning Neu hat jüngst eigenen Klartext zum Internet der Dinge im Magazin DIGITALE WELT veröffentlicht: "I(di)oT – Wie Smart Devices unserer Gesellschaft Innovation vorgaukeln und unseren Alltag komplexer machen".

Dabei erinnert er an die einstige Vision der IT-Industrie aus den späten 80er und frühen 90er Jahren von einer durch Technologie stark geprägten Welt:

„‘Ubiquitous Computing‘ (kurz und äquivalent unsexy UbiComp) nannte Mark Weiser die Idee, die er am Xerox PARC Forschungszentrum mitentwickelte. Eine Idee von einer Welt, in der es keine einzelnen, großen Computer mehr gibt, sondern in der wir permanent von rechnenden Maschinen umgeben sind, die sich elegant in unsere Umwelt integrieren. Allgegenwärtige Rechner, die sich natürlich anfühlen und praktisch unsichtbar für uns Menschen sind, weil es keine einfachen Maschinen mehr sind, sondern gänzlich neue, innovative Dinge, in denen Technologie auf intuitive Art und Weise verwoben ist.

Henning beschreibt, wie gerne sich das Internet der Dinge als ‚smart‘ auslegt, dabei stellten sich nach seiner Erfahrung viele dieser Technologien als weitaus dümmer heraus, als die ursprünglichen Dinge, die es noch vor wenigen Jahren ohne Internetanschluss gab. „Sicherheitsstandards werden in manchen Fällen gerade zu spektakulär missachtet, an jeder Ecke werden Daten erhoben und übers Internet an den Hersteller zur Verarbeitung verschickt, und dann am besten gleich noch in einer Cloud hochgeladen und auf einer freshen Benutzeroberfläche mit Material Design dem Nutzer präsentiert, als wäre der Technologiegigant im Hintergrund der Retter des menschlichen Wohlbefindens.“

Das Fazit wirkt zum einen ernüchternd, zum anderen motivierend, die Welt doch noch nicht nur scheinbar zu verbessern. Henning ist der Ansicht, dass wir uns aktuell in der Welt des IoT in keiner technologischen Revolution befänden, sondern in einer technologischen Gehorsamkeit.

„Das IoT verändert unsere Welt nicht in innovativer, revolutionärer Art und Weise. Es gibt uns andere Lösungen für bereits gelöste Probleme, die häufig nicht besser sind, als die bereits bestehenden. Aber da die neue Lösung ein Smart-Device in sich trägt, scheint sie innovativ und unabdingbar. Das IoT ist somit kein Weltenverbesserer, es ist eine Resignation. Wir finden uns mit unserem Alltag ab, indem wir immer neue Lösungen für dieselben Probleme schaffen, anstatt neue Probleme aufzustellen und diese zu lösen.“

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An dieser Stelle verweisen wir gerne auf smarte Lösungsmöglichkeiten, die wir in unserem ersten Podcast "Kollegengespräche" aufgezeigt haben.

dh