Achtung Satire

“Auf mich hört ja keiner!” Stimmt! Wer als Mutter, Vater oder anderweitig aufklärerisch, womöglich erzieherisch weissagend unterwegs ist, um Datenschutz als Diät unter die Leute zu bringen, trifft mehrheitlich auf harten (pubertären) Widerstand, digitalen Striptease oder auch diese Leier von “ich habe ja nichts zu verbergen”.

Wer Datendiät im Internet vertritt, ist zügig Spaßbremse oder apokalyptische Kassandra mit paranoidem Formenkreis. Das kann so einsam machen ... und bietet damit DIE Gelegenheit, sich sonntags wieder mal ganz allein am Radio mit Jan Böhmermann und Olli Schulz zu vergnügen.

Deren Sendung Sanft & Sorgfältig vom 28.2.2016 mit dem Titel “Wir geben auf” war voller Grippeviren, Schüttelfrost und gemeiner Satire. Eher zum Ende der Jammersendung rappelten sich die fiebernden Moderatoren bissig und böse noch einmal auf und verkündeten ihre großen fünf Regeln im Internet. Also jeder fünf, machte annähernd zehn, um etwas verkürzt schneller wieder ins Grippebett zu gelangen.

Mit den “NO-Goes im Internet” zeigte sich die Satire in ihrer scheinbaren bis maßlosen Übertreibung als wahrer Spiegel für uns Internetprotagonisten. Ein Regelwerk, Regeln auch zu brechen, um nicht um jeden Preis dazu zu gehören. Oder um im Gegenteil nicht Häme und ‘Dissen’ anheim zu fallen?

Also große Zitate von großen Berühmtheiten, Blogtagebücher und überhaupt auch Homepages seien wirklich “durch”.

Nicht jeder könne virale Internetvideos machen und am besten “macht das Gegenteil von dem, was [...] (ein recht bekannter deutscher Schauspieler) macht”. Mehr böse Satire dazu und die Möglichkeiten eigener Entscheidungen ab Minute 56:56 der Sendung vom 28.2.2016 im Archiv von radio eins rbb.

Rein hypothetisch bleibt für heute die noch eher stille Überlegung, ob die ständig mögliche Überwachung durch den “Freundeskreis” in sozialen Netzwerken, die ‘Goes’ und ‘No-Goes’ in den eigenen Kreisen eher angepasst konformes Verhalten erzeugen als die undurchschaubare Sammelwut der großen Daten-Kraken privater und staatlicher Unternehmen. Ach Kassandra nun wieder! Fortsetzung folgt.

dh